Einleitung Ende des 18. Jahrhundert präsentierte sich der heutige Aargau als viergeteiltes Untertanenland.
Die Lage in der damaligen Schweiz verschärfte sich, als 1793 im Krieg zwischen Frankreich und Österreich in Süddeutschland und Norditalien gekämpft wurde. Beide Parteien wollten in den Besitz der Schweiz kommen, da sie strategischen Nutzen aus dem Besitz der Alpenpässe und der Staatsschätze ziehen wollten. Zudem hatte die Schweiz zwar ein intaktes, aber uneinheitliches und veraltetes Staatssystem. Deshalb war sie zu einer entschiedenen Aussenpolitik nicht fähig. Zum Ersten waren sich die verschiedenen Orte uneinig und zum Zweiten standen Schweizer Regimenter in fremden Diensten. So konnte die Schweiz sich nicht einer Partei anschliessen, da Söldner auf der anderen Seite zu leiden gehabt hätten. Zum Dritten wollte die Schweiz ihre Vorhandelsrechte im Ausland nicht verlieren; Schweizer Bankiers hatten im Ausland namhafte Gelder angelegt, welche sie nicht verlieren wollten. 1792 erzwang Frankreich den Abzug der bernischen und freiburgischen Truppen aus Genf. Diese Truppen wurden mit dem Start der Republik 1798 wieder ins Heer eingegliedert. Noch im gleichen Jahr wurde der Jura von den Franzosen erobert. 1797 gewann Napoleon mit seiner Armee gegen Österreich, welches mit Frankreich den Frieden von Campoformio schloss. Deshalb musste Österreich die Niederlande, das linke Rheinufer und Mailand an Frankreich abtreten. Daraufhin entstanden verschiedene Tochterrepubliken wie die Cisalpinische, die Ligurische, die Römische und natürlich die Helvetische Republik.
Anfangs 1798 marschierten die französischen Truppen ungehindert in die Waadt ein. Stärkster Gegner Frankreichs in der Eidgenossenschaft war Bern, welches nun von Norden und Westen her angegriffen wurde. Am 5. März 1798 nahmen die französischen Truppen Bern ein. Im gleichen Monat noch nahmen Basel, die bernischen Gebiete, Solothurn, Freiburg, Schaffhausen, Zürich sowie die luzernischen Republiken die neue Helvetische Verfassung an.
Im Aargau verbreiteten die Bürger bereits um 1790 revolutionäre Gedanken, da sie nicht mehr duldeten, Untertanen des Kantons Bern zu sein. Kurz darauf steckte Aarau in einer wirtschaftlichen Krise, worauf die Bürger den freien Verkauf von Früchten und Wein forderten. Um 1793 lasen die Aargauer bereits französische Zeitungen, Bücher und Flugblätter, die von der französischen Revolution stammten, welche um 1789 vor sich ging. Man kann sagen, dass sie wahrhaftig von den revolutionären Gedanken der französischen Truppen angesteckt wurden, welche sich um das Jahr 1790 auch in der Schweiz befanden. 1797 fand im Aarau die letzte eidgenössische Tagsatzung statt. Am 1. Februar forderte Bern die Landstädte auf, Truppen gegen Frankreich zu stellen; Aarau weigerte sich jedoch und rief die Revolution mit dem Aufrichten eines Freiheitsbaumes aus. Kurz darauf marschierten schweizerische Truppen in Aarau ein und stoppten die Revolution für kurze Zeit. Zuvor hatten sich Brugg, Zofingen und Habsburg der Revolution angeschlossen. General Brune erlaubte am 22. März 1798 zwanzig Abgeordneten die Bildung eines Kantons aus den ehemaligen bernischen Untertanengebieten (ohne einen Teil des Amtes Aarburg). Daraufhin nahm in Aarau die provisorische Regierung ihr Amt auf. Ende März des gleichen Jahres stiess Bern die letzten Untertanengebiete ab, da sie zuvor gegen französische Truppen kapitulieren mussten. Baden und die unteren Freien Ämter erlangten am 19. März, die oberen Freien Ämter am 28. März die Unabhängigkeit. Am 11. April wurde Baden zur Hauptstadt des Kantons Baden, am 12. März wurde durch Peter Ochs die helvetische Republik ausgerufen.
Der Kanton Aargau geographisch
Die Änderungen der helvetischen Kantone
Die Helvetische & Aargauer Regierung